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Monday, 22. January 2018

Reclaim the auditorium, reclaim the streets, reclaim your life!

Die BAST solidarisiert sich mit den Studierendenprotesten in ganz Österreich.

Unter dem Vorwand, den Staatshaushalt sanieren zu wollen, versuchen österreichische Regierungen seit Jahren die Ausgaben des Staates zu verringern. Gleichzeitig werden Steuern gesenkt oder abgeschafft.
Die Folge dieser einseitigen Budgetpolitik ist, dass sich Umfang und Qualität von öffentlichen Dienstleistungen wie Bildung und Soziales ständig verschlechtern.

Gleiche Chancen für alle statt Prekarisierung und Segregation!

Für den Bildungssektor bedeuten diese Einschnitte nicht nur eine Verschlechterung des Angebots und der Rahmenbedingungen für SchülerInnen, Studierende, Lehrende und alle weiteren Angestellten, sondern verstärkt die sozialen Selektionsmechanismen, die im österreichischen Bildungssystem ohnehin verstärkt wirken.

Als StraßensozialarbeiterInnen sehen wir unsere Aufgabe nicht nur in der praktischen Hilfestellung für Menschen in Problemlagen, sondern sehr wohl auch in der sozialpolitischen Gestaltung des Gemeinwesens. Außerdem erleben wir die Auswirkungen der politischen Entscheidungen in der täglichen Arbeit mit KlientInnen sowie in den eigenen Arbeits- und Lebensverhältnissen.
Auch die Ausbildung der SozialarbeiterInnen wurde in den letzten Jahren reformiert: Man machte aus der dreijährigen Sozialakademie eine vierjährige Fachhochschule, um diese Ausbildung bereits nach kurzer Zeit wieder auf ein dreijähriges Bachelor-Studium zusammenzuschrumpfen. Wie umfangreich diese Form der Ausbildung auf den Berufsalltag vorbereitet und wie viel Platz dabei für Diskursbildung und Ideenentwicklung bleibt, bleibt abzuwarten. Des weiteren sind die Studierenden vielerorts zur Zahlung von Studiengebühren verpflichtet, ein Umstand der bei einem Vollzeitstudium mit Anwesenheitspflicht doppelt belastet.
Wir sind begeistert, dass Studierende aus Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt sowie SchülerInnen aus Wien die prekäre Situation nicht mehr länger akzeptieren wollen und protestieren. Wir unterstützen den Forderungskatalog der Protestierenden und sind besonders über die Vernetzung mit Menschen aus anderen Ländern und Arbeitsbereichen erfreut.

Wohlstand für alle ist leistbar, die Gier von Wenigen nicht!

Es ist jedoch nicht nur ein Kampf für ausreichende Ressourcen. Es ist gleichzeitig ein Kampf gegen das Dogma, nach dem Menschen ihre Bedürfnisse der ökonomischen Effizienz unterordnen müssten. Wenn Effizienz so erstrebenswert ist, warum leben dann jene Menschen, die diese predigen, im Überfluss?

Solidarität schafft Bewegung!

Aktuell kämpfen Menschen aus verschiedensten Bereichen – von den KindergartenpädagogInnen über die Drucker bis zu Studierenden und MetallerInnen – gegen die permanente Verschlechterung ihrer Arbeits- und Lebensverhältnisse.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork / Mobile Jugendarbeit (BAST) unterstützt beispielsweise den Demonstrationsaufruf der Libertären Initiative Sozial Arbeitender (LISA) für den nächste F13 am Freitag, den 13. November 2009. Im Rahmen des Aktionstages gegen Marginalisierung wird gegen eine Budgetsanierung auf Kosten des Sozial- und Gesundheitssystems protestiert werden.

Auch wenn es anfangs oft mühselig und entbehrungsreich erscheint, können die Verhältnisse nur durch selbstorganisierten, unmittelbaren Protest von den Betroffenen ins Wanken gebracht werden. Wenn wir es schaffen, die Kraft der vielen einzelnen Protestinitiativen, die es in so vielen Bereichen gibt, zu bündeln, kann ein Kurswechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Selbstbestimmung bewirkt werden.

Viel Glück und solidarische Grüße

Der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork / Mobile Jugendarbeit

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Streetwork/Mobile Jugendarbeit Österreich (BAST) ist eine basisdemokratische Vereinigung für Vernetzung und Interessensvertretung der fachlichen MitarbeiterInnen aus den Bereichen der Straßensozialarbeit.

Informationen: www.bast.at
Rückfragen: office@bast.at

03.11.2009 12:53 Alter: 8 Jahre